Editing Art – Zungenbrecher

Editing Art - Zungenbrecher
Editing Art - Zungenbrecher
Kultur Theater Internationales Straßenthaaterfestival Flurstücke Zungenbrecher – Die Geste des Sprechens Friederike Koch Foto: Christof Debler

Verständnis und Verständigung

Für das Kunstprojekt „Zungenbrecher – Die Geste des Sprechens“, das im Rahmen der Flurstücke019 präsentiert wurde, habe ich mit Friederike Koch und Christoph Debler eine Videoinstallation über drei Monitore geschnitten. Das auch in den Medien viel beachtete, von der Filmwerkstatt Münster produzierte Projekt war für mich ein schöner Ausflug in den Bereich Kunst.

Friederike und Christoph riefen mich nach einer Empfehlung der Filmwerkstatt Münster an und wollten mich nach dem ersten Kennenlernen sofort dabei haben. So ergab es sich, dass wir ab Pfingssonntag bis zum 18.06. die über 60 Protagonisten zu einem 40 Minütigen 3-teiligen Sparachkonzert zusammen fügten.
Die Plattform „Westfalium“ formulierte das in einem Artikel so:


„Aus den Aufnahmen hat das Künstler-Duo ein Sprachkonzert für drei zeitgleich ablaufende Filme geschnitten. Teils klingt es nach Kakophonie, teils nach harmonischem Sprachgeflecht, wie ein Spiel aus Rhythmus und Klang mit Sprechgesang, Mantra, Beatboxen, Rap, Poetryslam.
Die Arbeit von Koch und Debler stellt sich jeglicher Form von Rassismus und Ausgrenzung entgegen, weil der Mensch egal woher er kommt in seiner Fehlerhaftigkeit im Mittelpunkt steht. Weil das Komische uns alle vereint, weil der Menschen nicht perfekt ist und human touch hat. „


https://westfalium.de/2019/06/09/zungenbrecher-aus-aller-herren-laender/

Szenenapplaus und gute Laune

Eine für mich als Editor neue und sehr schöne Erfahrung war die direkte Reaktion des Publikums. Die 40 minütige Videoinstallation lief an jedem Festivaltag über mehrere Stunden in einer Schleife. An den drei riesigen Billard-Kugeln an Münsters Aasee , die der Pop-Art-Künstler Claes Oldenburg 1977 für die erste Skulptur-Ausstellung in Münster geschaffen hatte, sammelte sich über alle drei Tage ein bunt gemischtes heiteres Publikum. Unter dem sechseckigen, luftigen Tarp, standen nicht nur die im Triptychon angeordnenten Bildschirme, sondern auch gemütliche Sitzgelegenheiten für die Betrachter. Diese wurden gerne angenommen und auch die „Stehplätze“ waren gut genutzt.


Obwohl die Flurstücke019 durchaus spektakulärere Events zu bieten hatten, war der Pavillion durchgehend gut besucht. Die Zuschauer ließen sich bereitwillig einfangen von dem sprachlich verwirrenden und doch mitfühlbaren Rezitieren bis Gestammel. Die meisten blieben mindestens für die 40 Minuten eines Durchganges, andere schauten gleich mehrfach und hatten dabei offensichtlich auch Spaß. Immer wieder gab es Szenenapplaus und es wurde auch viel gelacht.
Am Freitag Abend gab es eine offizielle Premiere, zu der die meisten der Protagonisten gekommen waren. Hier trafen sich nun die Menschen erstmals in real, die wir im Werk virtuell zu Dialogen montiert hatten. Sehr schnell fühlten sich alle, wie in einer großen Familie. Das Konzept ging also bis in alle Details so auf, wie erhofft.

Viel Medienresonanz für die Zungenbrecher

Auch in den Medien fand das Projekt viel Anklang. So berichteten die Westfälischen Nachrichten, die Münsterische Zeitung und die WDR lokalzeit mehrfach über das projekt Zungenbrecher.

Insbesondere die Besprechung des Werkes in der WN vom Sonntag tut natürlich jedem Mitwirkenden gut:

“ Die Geste dieses Sprechens ist ausdrücklich ein Statement gegen Rassismus und Ausgrenzung. Vielleicht sollten „Zungenbrecher“ vor jeder Sitzung eines politischen Gremiums gespielt und danach mit jeweils eigener Zunge nachgeahmt werden, damit die Mächtigen in sich das Verbindende spüren: ihre Begrenztheit und die Verletzlichkeit der Menschen, über die sie walten. „

Aber auch überregionale Kulturmedien, wie WDR3 und die kulturzeit auf 3sat berichteten über die Flurstücke019 und stellten dabei auch die Zungenbrecher vor.

Leider sind viele der Inhalte der öffentlich rechtlichen Sender im Netz auf Grund der Bestimmungen des 12. Rundfunkänderungsstaatvertrags vom 1.6.2009 nur für kurze Zeit im Netz verfügbar, daher kann ich sie nicht verlinken, oder einzelne Verlinkungen könnten mittlerweile ins Leere laufen.

Das ganze Projekt hat viel Spaß gemacht und ich hoffe, Rieke und Christoph führen es in irgendeiner Form fort. Auf meine Mitarbeit können sie zählen. In der Filmwerkstatt werde ich in nächster zeit öfter sein. Zunächst steht ein Indipendent-Spielfilm auf dem Programm, dazu bald mehr. Und kommen ja auch noch die After-Effects Seminare.

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