Böttcherstrasse 90, 48165 Münster

(0170) 6566360 info@joker-film.de

Visionen ins Blaue skizzieren…

Für Haver und Boeker durfte ich ins Blaue skizzierenRalf Czichowski von INEMO bat uns um Hilfe bei einem Unternehmensfilm. Die mittelständische Maschinenbau-Unternehmensgruppe HAVER & BOECKER OHG hat einen Generationswechsel hinter sich und große Zukunftspläne vor sich. Die neue Unternehmensspitze will sich und Ihre Pläne für das Unternehmen den Mitarbeitern auf mitreißende Art vorstellen. Ralf Czichowski, inzwischen schon bekannt für oft etwas unkonventionelle Inzenierungen für Unternehmen und Organisationen, stellte hier die Menschen, die ein Unternehmen „machen“ in den Vordergrund.

„Time to Chain“, so der Claim, sollte die stärkere emotionale und operative Bindung zwischen den Unternehmenstöchtern fördern. Das erfordere Denken „Outside the Box“, stellt so im Film der Konzernchef heraus, während um ihn herum die Wände des Büros umstürzen und er sich mitten auf einem großen Feld befindet. Während er durch das Feld streifend, von seiner Vision einer zusammen wachsenden Gruppe erzählt, skizziert sich hinter ihm das geplante Werk 6 in die Landschaft. (Ab ca. min 01.15)

 

Für diese, in die Realszene eingepasste, dreidminensional wirkende Skizze nutzten wir verschiedene Tracking- und Freistellungs-Verfahren. Aufgrund der starken Kamerabewegung und der sich dramatisch verändernden Perspektive, sowie des sich im Wind wiegenden jungen Getreides, mussten wir auf eine bunte Mischung aus Trackingmehtoden zurück greifen.
Grundlage war zunächst ein Kameratracking mit dem THE FOUNDRY Cameratracker. Dieser hat gegenüber dem integrierten Cameratracker von After Effects CC den Vorteil, dass Teile des Bildes, die den Track behindern könnten, ausmaskiert werden können. Der im Vordergrund gehende Protagonist konnte so aus dem Trackingbereich ausgeschlossen werden, was eine hinreichend korrekte virtuelle Kamerasimulation ermöglichte. Mit Hilfe dieser Trackingmehtode konnten die Animationselemente schon mal fest in der Landschaft verankert werden. Allerdings benötigten wir für das Rotoscoping weitere Tracks.

ins Blaue skizzierenSo musste der Protagonist im Vordergrund freigestellt werden, damit er nicht durch die Gebäudeskizze verdeckt wurde. Bei einer Gesamtlänge von ca. 45 Sekunden wäre das von Hand zu zeitaufwändig.
Hier kam MOCHA PRO von IMAGINEER SYSTEMS zum Einsatz: Während in eimem ersten Druchlauf jeweils Tracks für Kopf Rumpf und Arme erstellt wurden, also ihre Position, Lage und Drehung im Laufe der Zeit erfasst wurden, wurde diesen Tracks im zweiten Schritt eine exakte Maske für das jeweilige Körperteils zugeordnet. Diese Masken mussten dann natürlich im Zeitverlauf noch etwas von Hand korrigiert werden, aber im Vergleich zu anderen Mehtoden ging das ausgesprochen zügig und genau.
Die zweite Einstellungen war eine Kranfahrt aus dem Gras heraus bis in die Vogelperspektive. Hier mussten über einige Sekunden hinweg Masken für unzählige Halme erstellt werden, welche Anfangs die Skizze teils verdecken. Da die Halme aber nahezu unendlich in der Tiefe gestaffelt sind, half hier weder der Kameratracker noch der Planartracker von Mocha. Hier kam der Punktracker von After Effects zum Einsatz, mit dem etliche Grashalmspitzen einzeln verfolgt wurden. Mit diesen Tracks konnten danach Masken verknüpft werden, die anschließend noch händsiche Korrekturen benötigtenangepasst werden mussten. Für einige Feinarbeiten kam auch der After Effects Auto Roto Pinsel zum Einsatz.

 

Die Skizze des Gebäudes selbst wurde mit Hilfe einer Bauzeichnung erstellt. Die modfizierte Grafik wurde in Baugruppen zerlegtund um Rückwände und Seitenwände ergänzt. Dann wurde jede einzelne Ebene mittels der After effects Pausstiftfunktion in hunderte von Masken zerlegt. Mit Hilfe des „Kritzeln“ Effekts wurden die einzelnen Masken dann nachenader mit Schraffur gefüllt, oder umrandet. Um den gewünschten Effekt zu erzielen war es dabei notwendig, die Reihenfolge der erscheinenden Masken, exakt festzulegen, so dass die Zeichenentwicklung hauptsächlich im gerade sichtbaren Ausschnitt statt fand.

Schließlich sorgten gefälschte Schatten unter den eingeauten Objekten für mehr „Bodenhaftung“ der Animation.
ins Blaue skizzieren

Auftraggeber und Kunde waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden, zumal hier natürlich nicht ein Werbefilmbudget zur Verfügung stand. Auch die zügige Umsetzung kam den Planungen des Kunden sehr entgegen.

Merken

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.