VFX für den MDR

Wolfgang Lippert bei Damals war´s im MDR - VFX

Für den MDR schneide ich mittlerweile seit 13 Jahren die Unterhaltungssendung „Damals war´s“ und immer wieder baue ich auch mal kleine Visual Effects (VFX) und Animationen ein. Bis November letzten Jahres war mein „Opfer“ dabei der Moderator Hartmut Schulze-Gerlach. Ihn lies ich mal vom Dinosaurier, mal von einem Slimer tyrannisieren, verpasste ihm Kostüme, oder Bärte und unmögliche Frisuren. Nachfolger von „Muck“ Hartmut Schulze-Gerlach ist seit November Wolfgang Lippert, der nun das erste mal nach meinen Anweisungen in einem VFX-Shot agierte.
„Lippi“ durfte den Unsichtbarkeits-Mantel aus „Harry Potter“ ausprobieren.

VFX – How to…

Der Moderator hängt sich einen grünen Umhang um, der nacher durch ein cleanplate, also die leere Szene ohne Moderator ersetzt wird.
Damit später der Mantel durch seinen Faltenwurf, den Hintergrund etwas verzerrt, nutzte ich eine Umkehrung der Greenscreenmaske, so dass nur der Mantel im Bild übrig blieb, machte das Bild schwarz weiß und hatte so ein Bild, in dem der Faltenwurf in verschiedenen Graustufen erschien. Dieses Bild nutzte ich, um die cleanplate zu verzerren. Der Hintergrund wird nun also nicht perfekt dargestellt, sondern durch den Faltenwurf etwas verbogen. Dazu kam ein leichter Compound Blur zum Einsatz, der die selbe Hellikeitsebene nutzte um unterschiedlich starke Unschärfen zu erzeugen.
Schließlich kam die schwarzweiß-Ebene noch ein drittes Mal zum Einsatz um noch etwas Licht und Schatten auf dem durchsichtigen Mantel zu simulieren.
All diese „Unperfektheiten“ verschwinden erst, sobald der Umhang seinen Träger komplett verdeckt.


Als größte Herausforderung bei der ganzen Geschichte stellte sich wie so oft die unzureichende Kamera-und Aufzeichnungstechnik bei Fernsehproduktionen heraus. Gedreht wird zwar im Studio, aber mit EB-Technik, also den Kameras, die eigentlich für aktuelle Berichterstettung gedacht sind. Das Format P2 ist so stark verlustbehaftet komprimiert, dass Keying nur richtig funktioniert, wenn die Ausleuchtung perfekt ist. Bei starrem Greenscreen gelingt das im Studio ja auch noch halbwegs, doch einen wehenden Umhang kann man nicht so ausleuchten. Im Gegenteil, ich brauchte ja gerade die Helligkeitsunterschiede für meinen Effekt. Das aber machte den Key sehr schwierig und ich musste eine Kombination aus Keys und Rotomasken nutzen.

Wolfgang Lippert bei Damals war´s im MDR - VFX
Maske für Verzerrung, Unschärfe als auch Highlights und Schatten


So kam Lippi also zu einem noch schöneren Unsichtbarkeitsumhang, als Harry Potter.

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